VBD; Vergleich der Fahrwasserverhältnisse des Donauabschnittes Straubing - Vilshofen mit ausgewählten Wasserstraßenabschnitten in 2003
Eine Analyse des Jahrhundert-Niederwassers an der Rhein-Main-Donau-Wasserstraße
Das Abflußjahr 2003 war gekennzeichnet von einer lang andauernden, sich auf ganz Mitteleuropa erstreckenden Trockenperiode. Auch die Wasserstraßenverbindung von Rotterdam bis nach Budapest, bestehend aus Rhein, Main, Main-Donau-Kanal und Donau, wurde hiervon in starkem Maße beeinflußt. Eingebettet in diese Verbindung ist der Donauabschnitt Straubing-Vilshofen, der in bezug auf die Fahrwasserverhältnisse als besonders kritisch angesehen werden kann. In dieser Studie wurden die Fahrwasserverhältnisse in diesem Donauabschnitt für das Abflußjahr 2003 (1. November 2002 bis 31. Oktober 2003) mit den übrigen Wasserstraßenabschnitten auf der Strecke Rotterdam-Budapest verglichen. Zu diesem Zweck erfolgte die Auswertung der täglichen Pegelwerte der abladebestimmenden Pegelorte in den jeweiligen Wasserstraßenabschnitten. Aufbauend auf diesen Pegelwerten wurde die Ermittlung der jeweiligen Fahrwassertiefe und anschließend unter Berücksichtigung der erforderlichen Kielfreiheit die Berechnung der Abladetiefen (Schiffstiefgang) durchgeführt. Es hat sich gezeigt, daß die Abladetiefen auf den staugeregelten Flüssen, wie Main und obere Donau im Pegelbereich Regensburg, sowie auf dem Main-Donau-Kanal vergleichsweise wenig beeinflußt blieben von der Trockenperiode. Eine Abladetiefe von 2,50 m war hier auch im Abflußjahr 2003 ganzjährig gewährleistet. Die Fahrwasserverhältnisse an den übrigen Pegelorten der nicht staugestützten Abschnitte lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: 1) Gruppe 1: die österreichische Donau mit den abladebestimmenden Pegelorten Kienstock und Wildungsmauer sowie der Rhein mit dem abladebestimmenden Pegelort Oestrich. 2) Gruppe 2: der deutsche Donauabschnitt Straubing-Vilshofen. Hier sind die Pegelorte Pfelling und Hofkirchen abladebestimmend. In der ersten Gruppe blieben die Abladetiefen bis Mitte August 2003 über 2,0 m und auch danach von Mitte August bis zum Ende des Abflußjahres sanken sie nur kurzfristig unter die 2 m-Marke.
Anders das Verhalten der Abladetiefen der zweiten Gruppe. Hier sanken die Abladetiefen
ab Mitte Juni unter die 2 m-Linie und fielen im August und September zeitweise
sogar unter die 1 m-Marke. Im Oktober stiegen sie kurzfristig an, um danach wieder
auf unter 2 m zu fallen. Diese extrem geringen Abladetiefen führten, im Gegensatz zu
den Wasserstraßenabschnitten der Gruppe 1, zu einer beträchtlichen Einschränkung
der Tragfähigkeit der Schiffe und zeitweise zur Einstellung der Schiffahrt, d.h. zur
Unterbrechung des durchgehenden Schiffsverkehrs zwischen West- und Südost-
Europa.
Des weiteren ergab sich, daß auf der gesamten Strecke Rotterdam-Budapest - bis
auf wenige Ausnahmetage - der Donauabschnitt Straubing-Vilshofen mit den Pegelorten
Pfelling und Hofkirchen abladebestimmend, d.h. maßgeblich, war für den maximal
möglichen Schiffstiefgang.
Nachdem die Pegeldaten vollständig für das Kalenderjahr 2003 vorlagen, wurde die Untersuchung
noch entsprechend ergänzt, da sich insbesondere Wirtschaftlichkeitsberechnungen auf das Kalenderjahr
beziehen.
Bericht Nr. 1715 (Abflußjahr) 1881 KB
Anlagen 291 KB
Gegenüberstellung der Fahrwasserverhältnissse ausgewählter Wasserstraßenabschnitte für das Abflußjahr und das Kalenderjahr 2003, Oktober 2004 473 KB