Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie

Donauforum

Dr.-Ing. habil. H.H. Bernhart, Verbesserung der Schiffahrtsverhältnisse an der Bayerischen Donau im Abschnitt Straubing - Vilshofen, Karlsruhe im Dezember 1998

Wasserbauliche Studie, ohne Anlagen (Dateigröße)

Veranlassung und Aufgabenstellung

An der bayerischen Donau sind im Bereich zwischen Straubing und Vilshofen bei

Niedrigwasser ungünstige Bedingungen für die Schifffahrt gegeben. Daher werden bauliche

Maßnahmen zur Verbesserung der gegenwärtigen Verhältnisse geplant. Über mögliche

Alternativen - Staustufen oder flussbauliche Varianten - wird seit dem 1. Internationalen

Donaukongress, der im Dezember 1992 in Deggendorf stattfand, kontrovers diskutiert. In

einer gemeinsamen Vereinbarung zwischen dem Bund und dem Freistaat Bayern wurde am

17. Oktober 1996 beschlossen, die Entscheidung über den Ausbau erst im Jahr 2000 nach

Vorliegen fachlich fundierter Aussagen zu flussbaulichen Lösungen zu treffen.

Gemäß dem Beschluss des Bayerischen Landtags vom 18.12.1996 wurde die

Staatsregierung gebeten, relevante Fragestellungen mit unabhängigen Experten zu erörtern.

Basierend auf Abstimmungsgesprächen mit dem Bayerischen Staatsministerium für

Wirtschaft, Verkehr und Technologie, die im Mai 1998 stattfanden, wurde mir mit

Schreiben vom 15.07.1998 zunächst ein Auftrag zur wissenschaftlichen Begleitung und

Bearbeitung folgender Themenkreise erteilt:

- Durchführung und Konzeption des bei Aicha in der Donau geplanten

"Naturversuchs Sohldeckwerk" und

- Durchgängigkeit der Rhein-Main-Donau-Wasserstrasse (Bezug: meine

Ausführungen auf dem 5. Internationalen Donaukongress, Niederalteich, Dezember

1996).

Des weiteren werden von der Bayerischen Staatsregierung Maßnahmen zu einer möglichst raschen

Verbesserung der Situation in der Strecke von Straubing bis zum Hafen Sand angestrebt, wobei

insbesondere ein Konzept entwickelt werden soll, das ohne aufwendige

Sohlsicherungsmaßnahmen auskommt; Schreiben des Bayerischen Staatsministerium für

Wirtschaft, Verkehr und Technologie vom 12.10.1998.

Dazu wurden von mir auf Grundlage eines idealisierten mathematischen Modells bereits früher

Lösungsansätze überprüft, die erfolgversprechend sein könnten, jedoch im Hinblick auf die

tatsächlichen örtlichen Gegebenheiten einer detaillierteren Untersuchung bedürfen. Um diese

Aufgabenstellung bearbeiten zu können, ist die

- Durchführung von Berechnungen mit einem mathematischen Modell unter

- Einbeziehung der Erkenntnisse aus den vorliegenden Ausbauvorschlägen gemäß

Variante B "Verschärfte Flussregelung" (BAW, Karlsruhe) erforderlich.

Vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie wurden die

erforderlichen Planunterlagen und die Querprofile des Flussabschnittes der Donau zwischen

Straubing und Vilshofen von Fluss-km 2244 bis Fluss-km 2319 im Abstand von 500 m

übergeben.

In dieser Stellungnahme wird auf fachlich fundierte und nachzulesende Erkenntnisse aus bereits

vorliegenden Abhandlungen ohne nähere Erläuterungen zurückgegriffen. Es ist jedoch davon

auszugehen, dass die vielfältigen und teils sehr detaillierten Untersuchungsergebnisse, die jeweils

unter Zugrundelegung bestimmter Randbedingungen erarbeitet wurden, den Blick auf das

ursprüngliche Ziel - Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen im Flussabschnitt Straubing-

Vilshofen - beeinträchtigen. Daher soll versucht werden, die für das Gesamtverständnis

erforderlichen Zusammenhänge möglichst allgemein nachvollziehbar wiederzugeben.


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